TRANCEREISE
„Vom Baum bis in den Bauch“



Du stehst inmitten eines Obstgartens. Es ist Spätsommer. Die Sonne wärmt dich sanft mit ihren morgendlichen Strahlen. Der Blick zum Himmel belohnt dich mit einem klaren unverwechselbaren Blau. Wolken so zart und verspielt wie Zuckerwatte ziehen vorbei. Im Garten duftet es bereits nach reifen, saftigen Äpfeln. Du merkst wie dir das Wasser im Mund zusammen läuft. Die Zweige neigen sich unter der Last der kraftstrotzenden Frucht und du entdeckst einen Apfel, der dich zu rufen scheint. Ein großer, rotbackiger, strahlender Apfel. Dein lustvolles Verlangen nach dieser lebendigen Frucht veranlasst dich deine Hände in die Höhe zu strecken und den Apfel mit beiden Händen zu umschließen. Eine Weile stehst du so da und nimmst die Energie, die er ausstrahlt, in dich auf und du spĂĽrst sie in dir fließen. Du bist plötzlich eins mit dem Apfel und dem Baum und der Wiese auf der du stehst. Du spĂĽrst wie deine Wurzeln sich unter der Erde verzweigen und du dich stark und gesund fĂĽhlst. - - - Dann mit einem sanften Ruck löst du den Apfel von seinem Zweig. Er liegt warm in deinen Händen. Er ist bereit fĂĽr dich. Du setzt dich in die Wiese lehnst dich mit deinem RĂĽcken an den Baum von dem du gerade den Apfel gepflĂĽckt hast. Zupfst ein StĂĽck deines Ärmels in deine Hand und polierst damit deinen Apfel. Er ist nun spiegelblank und glänzt verfĂĽhrerisch. Du bist mit deinen Gedanken ganz bei deinem Apfel. Nichts lenkt dich ab. Ein bisschen zögerst du den Moment des Abbeißens noch hinaus und genießt den Anblick und den Duft. - - - Jetzt beißt du hinein. Deine Erwartungen werden ĂĽbertroffen. Saftig, fruchtig, knackig, frisch, kraftvoll, energiereich. Langsam und bedächtig kaust du das ApfelstĂĽck und genießt dabei die belebende Spritzigkeit, den sĂĽßsauren Geschmack auf deiner Zunge, deinem Gaumen. Du konzentrierst dich ganz auf dieses ApfelstĂĽck, wie es in deinem Mund langsam zu einem Mus wird und immer sĂĽßer schmeckt. Ganz bewusst schluckst das Apfelmus nun hinunter. Dein Magen, der schon voller Vorfreude alle notwendigen Säfte bereitstellte, nimmt es dankbar auf und beginnt emsig mit seiner Arbeit, während du entspannt in diesem herrlichen Garten sitzt, gelehnt an den Apfelbaum mit dem dich jetzt etwas verbindet. Wie in einer gut funktionierenden Fabrik wird dein ApfelstĂĽck nach und nach in alle Bestandteile zerlegt. Deine Organe, dein Gewebe, dein Blut alle freuen sich auf die wertvollen Nährstoffe und arbeiten auf Hochtouren. Die so gewonnene Energie macht dich munter. Du bist ganz bei dir und spĂĽrst wie die Energie der Erde, des Baumes, des Apfels ĂĽberall hin strömt, bis in deine Fingerspitzen, bis in deine Zehenspitzen, bis in deine Nasenspitze. Du fĂĽhlst dich gut und stark. Du stehst beschwingt auf und gehst leichtfĂĽßig mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Garten.







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